Beitrag zur Siedlungsgeschichte von Chieming (III) von Rudi Leitermann |
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| In archäologischen Kreisen sind die
römischen Altäre von Chieming, die dem Fluss- oder Wassergott Bedaio
(Bedaius), oder den sonst nirgends genannten Alounen (Alonae) geweiht waren,
berühmt geworden. Die Bedeutung dieser Alounen ist noch nicht
sichergestellt, doch scheinen sie Wesen zu sein, die der Erde Nahrung
zuführten, sie befruchteten. |
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Der erste dieser Bedaiussteine wurde 1813
beim Abbruch der Peterskapelle gefunden. Der Stein war bestens erhalten, die
Inschrift sehr gut lesbar. Im Fundprotokoll heißt es: Er wurde 1813 in Chieming, Bez. Amt Traunstein, beim Abbruch der St. Peterskapelle, woselbst er als Baustein verwendet war, entdeckt und 1816 dem kgl. Antiquarium einverleibt." Ferner fand man im Jahre 1814 an der Kapelle des Hl. Johannes in Stöttham einen Gelübdestein des Jupiter Arubianes und des Sanctus Bedaius, gesetzt, 225 n.Chr. von Verus, Benefiziar der 2.ital. Legion. Im Protokoll dazu steht: Gefunden von dem kgl. Landrichter v. Klöckl an der Kirche des Hl. Johannes in Stöttham, Bez. Amt Traunstein und 1818 dem kgl. Antiquariat einverleibt." |
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| Ein dritter Stein wurde beim Umbau des alten Schlosses unter der Stiege gefunden. Die Inschrift ist bekannt. Über den Verbleib gibt es keine Aufzeichnungen. Laut Bericht des Forstamtes Marquartstein, ebenda, vom 17. Dez. 1830, wurde im Garten des unteren Wirts ein großer Stein ausgegraben, welcher eine römische Inschrift enthielt, aber nicht gut lesbar war." Herrn Ohlenschlager, Dozent der kgl. Bayer. Akademie der Wissenschaften, wurde im Jahre 1874 erzählt, dass dieser Stein im unteren Wirtshause oder im Hause des Bösl wieder eingemauert worden sei. | |||||
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Er ließ sie an der Ostseite der
neuen Kirche einmauern. (Protokoll zu den drei noch vorhandenen Bedaiussteinen
von H.H. Pfarrer Pfatrisch, Hart, im Besitz des Freundeskreises Heimathaus)
Hans Seidel verbrachte die wertvollen Funde in den Glockenturm und
schützte sie so vor Verwitterung. Es drängt sich nun die Frage auf,
ob diese römischen Weihesteine im Vorraum der Kirche belassen werden
sollten, oder ob es nicht wünschenswert wäre, diese historisch
einmaligen Zeitdokumente in einem besonderen Raum, zusammen mit den, von
Ortsheimatpfleger Hubert Steiner gesammelten prähistorischen Funden aus
Chieming, auszustellen. Bei einem Vortrag in den 30er Jahren vor dem Kath.
Männerverein Chieming machte Dr. C. Adlmaier die interessante Aussage,
dass ein Bedaiusstein von einem engl. Oberst gekauft und nach Bulgarien
verbracht worden sei. Bei der gleichen Veranstaltung regte H.H. Pfarrer
Brandmayr an, dass die Gemeinde einen Sammelkasten errichten möge, in dem
in Zukunft Funde Aufnahme finden könnten, damit diese in Chieming
verbleiben und nicht verloren gingen. Die große Anzahl der gefundenen
Weihesteine (insgesamt zehn), wie sie in der Häufigkeit sonst nirgends im
Landkreis vorkommen, läßt darauf schließen, dass Chieming
bereits zur Römerzeit, einer der bedeutendsten Orte im Chiemgau war. |
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| Text: Rudi Leitermann Fotos: Thomas Breyer |
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