Beitrag zur Siedlungsgeschichte von Chieming (II) von Rudi Leitermann |
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| Bei einem unserer Besuche im Bayerischen
Hauptstaatsarchiv in München haben mein Freund Hans Helmberger (Redakteur
des Traunsteiner Wochenblattes) und ich (Anm.: Rudi Leitermann) die bisher
älteste Erwähnung des Ortes Chieming gefunden. In diesem Dokument vergleichen sich der Bischof Atto von Freising und Abt Liutfrid von Chiemsee vor dem kaiserlichen Gericht (Karls des Großen) über strittige Kirchen. Aibling, 13.Januar 804 Der Abt wird bezeichnet als "Abt des Klosters", das genannt wird Awa (=Aua) unterhalb des Ortes Chiemingen gelegen. Die strittigen Kirchen sind laut Bischof von Freising einst dem Bistum des Herzog "Tassilo" (788 abgesetzt) entzogen worden. |
![]() Das bisher älteste Dokument, in dem bereits der Ort Chieming erwähnt wird |
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| Wenn die Überlassung also schon
vor 788 erfolgte, müsste das Kloster damals schon bestanden haben.
Jedenfalls stand es noch 804. Vielleicht gehörte es zu jenen, die bei den
Ungarneinfällen zerstört wurden (vor 955) und später andernorts
wieder errichtet wurden. Der Herausgeber der Traditionen nennt es ohne Umschweife nach dem "Abt vom Chiemsee". Dieses Dokument legte ich dem mir aus der Jugendzeit bekannten Dr. Erich Stahleder, Landshut zur Begutachtung vor. Er ist einer der renommiertesten Namenskundler und der ehemalige Leiter des Staatsarchivs. |
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| Er schreibt u.a.: "Die Situation des
Klosters ist interessant. Unter anderem stellte er die Frage: "Was heißt
für dich, der die Lage kennt, unterhalb des Ortes? Ist das eine
abschüssige Stelle, oder meint man damit am Auslauf eines Baches oder
sogar Kilometer entfernt eine Stelle? Mit unterhalb des Ortes ist mit großer Sicherheit der Platz gemeint, auf dem das heutige Schloß unterhalb des Ortes steht. |
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| Text: Rudi Leitermann Scan: Thomas Breyer |
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