Beitrag zur Siedlungsgeschichte von Chieming (I)
von Rudi Leitermann

  Wenn man am Ufer des Chiemsees steht, die herrliche Wasseroberfläche und im Hintergrund die Berge sieht, dann versteht man, dass auch in uralter Zeit dieser Anblick fasziniert hat Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass unsere Gemeinde sehr früh besiedelt wurde.
Das beweist die Tatsache, dass in allen Ortsteilen von Chieming außergewöhnlich viele Bodendenkmäler steinzeilicher, keltischer, germanischer, römischer und bajuwarischer Art entdeckt wurden.
Vogelfibel
römische Vogelfibel (2. - 3. Jhd. n. Chr.)
Fundstelle: Gemeindebereich Chieming


 
Dass Chieming archäologisch gesehen einer der interessantesten Orte im Chiemgau ist, das wissen auswärtige Sondengeher. Es lohnt sich also Chieminger Gemeindegebiet abzusuchen. Sie wollen die gefundenen Gegenstände verkaufen und somit gehen diese wertvollen Funde, welche die frühe und dichte Besiedlung unseres Ortes dokumentieren, verloren.
Diese prähistorischen Funde haben auch deshalb eine so große Bedeutung, da es bis in das 7. Jhd. n. Chr. so gut wie keine schriftlichen Aufzeichnungen über unsere Gegend gibt.

Wir apellieren daher an die Grundbesitzer, den Leuten das Graben nicht zu gestatten, außer sie sind im Auftrag des Heimatvereins und der Gemeinde tätig. Damit sich die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen, hat sich der Freundeskreis Heimathaus Chieming e.V. zur Aufgabe gemacht, die Frühsiedlungsgeschichte der Gemeinde zu erforschen, Gegenstände aus dieser Zeit zu sammeln und diese in einer ständigen Ausstellung zu zeigen.

Text: Rudi Leitermann
Foto: Thomas Breyer
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